Vollnarkose aufwachen

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Beitrag des Users hastings77

Es ist für viele Patienten der Albtraum: Die Narkose wirkt nicht wirklich und man bekommt während einer Operation alles mit oder wacht zu früh auf.

Anästhesisten sagen, das dies durchaus passieren kann, aber nur sehr selten passiert.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es pro 1000 Narkosen ein bis zwei Patienten gibt, bei denen die Narkose nicht wie gewünscht wirkt. Man geht zudem von einer beträchtlichen Dunkelziffer aus.

Unerwünschter Wachzustand

Risikofaktoren sind das Alter der Patienten, die medizinische Vorgeschichte und auch äußere Umstände in den Kliniken. Stress etwa kann ein Grund sein, durch den Anästhesisten und Chirurgen unkonzentrierter arbeiten.

Bei Kindern etwa ist das Risiko aus einer Narkose aufzuwachen acht bis zehnmal so hoch. Andere Risikogruppen sind Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder chronische Schmerzpatienten.

Das Problem, dass sich bei den genannten Gruppen stellt, ist die relativ leichte Narkosetiefe, die gewählt werden muss um den Organismus nicht zu sehr zu belasten.

Nicht immer ist den Patienten sofort bewusst, was ihnen widerfahren ist. Den meisten Menschen, die so etwas erlebt haben, wird dies erst nach einigen Tagen bis Wochen klar. Symptome sind dann Angstzustände, Schlaflosigkeit, Albträume, Reizbarkeit und Depressionen.

Fehler im OP

Das häufigste Erlebnis beim Aufwachen aus der Narkose ist ein schmerzloser Wachzustand. Man kann sich an Gesprächsfetzen erinnern, spürt jedoch keine Schmerzen.

Die Rate der Wachzustände hat sich in den letzten Jahren erhöht, das Problem scheint die zunehmende Zahl an Aushilfsärzten, sogenannten Honorarärzten zu sein. Zwar handele es sich dabei um sehr gut qualifiziertes und ausgebildetes Personal, aber eine fehlende Einarbeitung kann die Qualität im Operationssaal beeinträchtigen.

Verschiedene Mittel wirken zusammen

Bei jeder Narkose liegt allerdings auch in der Dosierung der Medikamente ein gewisses Restrisiko. Kein Mensch ist gleich und es wirken verschiedene Mittel zusammen.

“Diese bestehen aus einem mentalen Block, der das Bewusstsein ausschaltet, einem sensorischen Block, der die Schmerzempfindung reduziert, einem motorischen, der die Muskeln entspannt und einem reflektorischen Block für das Herz-Kreislauf-System.

Ein komplexes Gebiet bei dem noch nicht völlig geklärt ist wie alle diese Komponenten zusammenwirken. An einem Mittel alleine liege es nicht, dass Patienten zu früh aufwachen. Es gibt kein Narkosemittel, das höhere Risiken für ein unerwünschtes Aufwachen birgt als andere.

Benzodiazepinen reduziert in jedem Fall nachweislich das Risiko für Wachphänomene. Einen sicheren Schutz bietet es aber auch nicht.

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